Ewa's & Fabi's vegane Welt, Ausgabe 2

Vegan und schwanger – Morgenübelkeit und wie man sie vermeiden kann

 

In der ersten Ausgabe von „Ewa’s und Fabi’s vegane Welt“ haben wir Euch die Story der beiden erzählt – wie sie sich kennengelernt haben, wie aus dieser Begegnung die Alohachérie und schließlich ihr Baby Neo entstanden ist. Neo ist jetzt acht Monate alt. Aber halt. Reisen wir doch gemeinsam ein bisschen in der Zeit zurück und treffen die schwangere Ewa. Was hat sie bewegt als angehende vegane Mutter? Ein wichtiges Thema für alle schwangeren Frauen ist die Schwanger-schaftsübelkeit. Bei manchen kommt sie nur morgens, manche fühlen sich den ganzen Tag über schlecht. Und Ewa? Sie litt gar nicht darunter, nur einmal...

 

Ewa: Die Schwangerschaft war eine schöne Zeit, an die ich mich gern zurück erinnere. Es macht mich traurig, dass viele Frauen aufgrund der sogenannten Morgenübelkeit weniger gute Erinnerungen haben. Nachdenklich macht mich, dass viele Frauen die Schwangerschaftsübelkeit als selbstverständlich hinnehmen. Ich habe sie selbst nur ein einziges Mal gehabt, nämlich als ich – verunsichert durch Medien, Ärzte und fürsorgliche Verwandte – doch Käse gegessen habe, der ja neben Milch, Fleisch und Eiern für jede werdende Mutter Pflicht sein soll. Ich konnte den Käse nicht bei mir behalten und mir war extrem übel. Das einzige Mal in der ganzen Schwangerschaft. Das fand ich so bemerkenswert, dass ich angefangen habe, zu recherchieren. Woher kommen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft wirklich?

 

Wikipedia und Co konnten mir nicht helfen. Da stand ‚Ursache unklar’ und eventuell ist das Schwangerschaft erhaltende Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) Schuld. Vage also. Ich habe mich lange gefragt, warum dieses Hormon Übelkeit auslösen sollte. Es gibt ja auch Kulturen auf der Welt, in denen diese Übelkeit während der Schwangerschaft nicht vorkommt.

 

Nach meinem ‚Selbsttest’ mit einem Stück Käse hatte ich eine Idee. Die Tiere, aus deren Milch der Käse gemacht ist, werden künstlich schwanger gehalten, um viel Milch zu geben. Das Hormon, das ihnen dazu verabreicht wird, kann man ganz einfach im Internet bestellen. Es wird Schafen, Ziegen Kühen und Pferden verabreicht. Wenn wir Milchprodukte konsumieren, nehmen wir auch diese Hormone in uns auf und führen sie dem ungeborenen Baby zu. Könnte es sein, dass diese zusätzlichen Hormone die Übelkeit auslösen? Der amerikanische Arzt Dr. John A. McDougall hat sich eingehend mit der Materie beschäftigt und klärt im Internet sowie in seinem Health & Medical Center in Santa Rosa, USA, darüber auf, dass die Schwangerschaftsübelkeit ein Schutzmechanismus ist, um das ungeborene Baby vor den Giften in der Nahrung zu schützen: www.drmcdougall.com/misc/2011nl/jan/pregnancy.htm - Die New York Times nennt dieses Phänomen „Wellness insurance“: www.nytimes.com/2004/04/27/health/personal-health-reasons-and-remedies-for-morning-sickness.html

 

Viele Studien belegen die hohe Belastung unserer Nahrungsmittel. So wies eine Studie der Harvard University eindeutig nach, dass Milch ein ‚hormongeladener potenzieller Krebserreger’ ist: http://harvardmagazine.com/2007/05/modern-milk.html

 

Meine weiteren Recherchen ergaben, dass Frauen, die sich auch in der Schwangerschaft vegan oder ohne tierische Fette ernähren, viel weniger oder gar keine Fremdhormone zu sich nehmen. Eine Studie mit 775 schwangeren Frauen, die sich vegan ernähren hat gezeigt, dass nur eine von ihnen an leichter Übelkeit litt, wohingegen weltweit die Quote der Schwangeren, die an Übelkeit leiden, bei 85 Prozent liegt: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3589760

 

Aber reicht das schon für eine mögliche Theorie über die Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit? Ich verfolgte meinen Gedanken, die Übelkeit könnte durch Ernährung ausgelöst werden, weiter. Macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob man Gemüse aus Bio- oder aus konventionellem Anbau zu sich nimmt? Ja, macht es, denn die Schadstoffwerte aufgrund von Pestiziden im Anbau sind bei konventionellem Gemüse sehr viel höher: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/bio-antioxidantien-ia.html. Die Qualität der Nahrung ist also ebenfalls entscheidend.

 

Mein Fazit: Eine vegane Ernährung mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau verhindert in der Regel die Schwangerschaftsübelkeit, da viel weniger Fremdhormone und Schadstoffe über die Nahrung aufgenommen werden. Der Körper der Schwangeren muss das ungeborene Baby nicht schützen, indem er die verseuchte Nahrung wieder von sich gibt. Statt Tabletten also einfach die Ernährung umstellen – am besten schon vor der Schwangerschaft.

 

In der nächsten Ausgabe unserer Rubrik bleiben wir beim Thema Schwangerschaft. Es wird um Eiweißzufuhr und Milchbildung gehen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Elvis K. (Dienstag, 23 Februar 2016 18:33)

    Interessanter Artikel, da werde ich mal nachforschen und ihn meiner Frau ausdrucken. Danke!

  • #2

    Eileen (Sonntag, 03 April 2016 13:40)

    Hallo,
    schön wärs, wenn die Ernährung bei mir Einfluss gehabt hätte. Ich bin schon lange Veganerin, esse alles in Bio-Qualität und habe trotzdem 8 Wochen lang mit starker Übelkeit im zweiten und dritten Monat der Schwangerschaft leben müssen. Mir war rund um die Uhr übel, ich musste eine Wochen im Krankenhaus an den Tropf um den Elektrolyhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu kriegen.
    viele Grüße,
    Eileen

  • #3

    Carmen Hercegfi (Montag, 20 Februar 2017 10:11)

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Deinen Beitrag zum Thema vegane Schwangerschaft. Jeder Artikel, der sich positiv mit diesem Thema auseinander setzt, ist hilfreich. Allerdings finde ich es fachlich etwas problematisch, wenn Fehlinformationen drin sind. Die genannte Studie mit den 775 schwangeren Veganerinnen befasst sich mit Schwangerschaftsvergiftung - und nicht Schwangerschaftsübelkeit. Diese hat in der Tat relativ wenig damit zu tun, was man gerade isst. Sicherlich kann man diese verstärken, wenn man Dinge zu sich nimmt, gegen die man eigentlich eine Abneigung hat. Aus meinen beiden Schwangerschaften (eine Omnivor und eine Vegan mit Biolebensmitteln) kann ich nur sagen, dass die Übelkeit nicht besser war. Sagen wir mal verschwindend gering weniger... Und das ist auch das, was ich aus meinen Veganen Mami-Gruppen kenne und auch täglich in der Beratung höre. Viele Grüße Carmen